Das Einzige in diesem Feld, das niemand jährlich verlängert.
Aufenthaltstitel laufen ab, Bewilligungen werden überprüft, Programme werden politisch verhandelt. Eine Staatsangehörigkeit tut nichts davon. Sie ist die ruhigste Form von Sicherheit in diesem gesamten Themenfeld und zugleich die, die am längsten braucht. Deshalb prüfen wir die Wege in einer festen Reihenfolge: zuerst das, was du vielleicht schon hast, dann das, was du aufbauen kannst, und erst zuletzt das, was käuflich wäre.
Analyse-Gespräch buchenDie meisten beginnen beim teuersten Weg.
Wer «zweiter Pass» sucht, landet innerhalb von zwei Klicks bei einem Programm mit Preisliste. Dabei liegt der günstigste und stabilste Anspruch häufig in der eigenen Familie, unbemerkt, weil in drei Generationen niemand mehr darüber gesprochen hat.
Der zweite Punkt, an dem es hakt, ist die Frage, die niemand zuerst stellt: Darfst du beides behalten? Manche Staaten verlangen die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit. Die Schweiz lässt die doppelte Staatsbürgerschaft zu, massgeblich ist aber immer auch das Recht des anderen beteiligten Staates. Es gibt Fälle, in denen diese eine Antwort das ganze Vorhaben beendet. Besser am Anfang als nach drei Jahren.
Der Weg, der bereits existiert.
Europa hat im 20. Jahrhundert viele Menschen bewegt. Wer Vorfahren hat, die ausgewandert, geflohen oder vertrieben wurden, trägt möglicherweise einen Anspruch, von dem in der Familie niemand mehr weiss. Zahlreiche Staaten verleihen die Staatsangehörigkeit über Eltern, Grosseltern oder Urgrosseltern, wobei das Recht zum Zeitpunkt der Geburt gilt, nicht das heutige.
Die Arbeit ist Archivarbeit: Geburts- und Heiratsurkunden, Registerauszüge, alte Meldebelege, gelegentlich ein Schreiben an eine Gemeinde, die ihre Bestände nie digitalisiert hat. Das ist mühsam und meist trotzdem der beste Weg, weil ihn später niemand infrage stellt. Wir beginnen deshalb immer hier, auch wenn die Antwort am Ende nein lautet.
Der lange Weg ist der belastbarste.
Grundlage ist ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht, nicht blosse Anwesenheit. In der Schweiz kommen zur eidgenössischen Regelung kantonale und kommunale Anforderungen hinzu. Wer sich ordentlich einbürgern lässt, durchläuft drei Ebenen, und die Gemeinde ist dabei nicht die formale, sondern häufig die entscheidende. Sprache, Integration und Leumund werden geprüft, nicht unterstellt.
Das dauert Jahre. Genau das macht den Weg stabil: Ein so erworbener Pass steht nicht zur Diskussion, wenn sich politische Stimmungen drehen.
Möglich. Und wir sagen dir, wo wir abraten.
Nur noch wenige Staaten bieten diesen Weg offen an, und die Bedingungen werden politisch verhandelt. Entscheidend für den praktischen Wert ist etwas anderes als der Preis, nämlich wie der Pass bei Banken und Behörden gelesen wird. Ein Dokument, das im Onboarding als Risikomerkmal erscheint, löst kein Problem. Es schafft ein zweites.
Wir prüfen diesen Weg dort, wo er trägt, und raten ab, wo er nur schnell ist. Wer Zeit hat, sollte sie nutzen. Wer keine hat, sollte wenigstens wissen, was er eintauscht.
Rechte und Pflichten kommen im selben Umschlag.
Einzelne Staaten besteuern nach Staatsangehörigkeit statt nach Wohnsitz. Wehrpflicht kann auch für Staatsangehörige gelten, die nie im Land gelebt haben. Meldepflichten gegenüber dem neuen Staat beginnen mit der Einbürgerung, nicht mit dem Einzug.
Umgekehrt geben die meisten Staaten weiter, was du erwirbst, allerdings nach eigenen Fristen und mit Registrierungspflichten für Kinder. Wer die Anmeldung versäumt, kann den Anspruch für die nächste Generation verlieren. Der Wert einer zweiten Staatsangehörigkeit zeigt sich ohnehin selten in der eigenen Biografie, sondern dreissig Jahre später bei einem Kind, das dort studieren oder arbeiten will, wo es das sonst nicht dürfte.
Eine Ansprechpartnerin, mehrere Rechtsordnungen.
Delal Iscan-Stamate, Expertin für internationale Expansion und Strukturierung. Unternehmerfamilie, ab dem sechsten Lebensjahr im Betrieb. Stationen bei einer Big-Four-Gesellschaft und einer Wirtschaftskanzlei, im Stuttgarter Notariat und in einer Münchner Kanzlei. Nebenberufliches Rechtsstudium an einer eidgenössisch akkreditierten universitären Institution.
Verwaltungsrätin und Head of Legal zweier IT-Unternehmen, eigene Gesellschaft in Katar, Netzwerk in Europa und der MENA-Region. Anwälte und Notariate im jeweiligen Land führen aus, wir begleiten und koordinieren den Ablauf über alle Beteiligten hinweg.
Familien mit Vorfahren im Ausland. Menschen, die seit Jahren dauerhaft in einem Land leben und den Schritt nie gemacht haben. Unternehmer, die Reisefreiheit und Niederlassungsrechte für ihre Kinder mitdenken.
Wer einen Pass innerhalb weniger Monate braucht, wird enttäuscht. Wer eine bestehende Steuerpflicht durch einen zweiten Pass auflösen möchte, verwechselt zwei Dinge. Und wer Dokumente sammelt, ohne die Pflichten mitzunehmen, kauft sich Verwaltung.