Wer alles in einem Rechtsraum hält, hat diese Entscheidung nie getroffen.
Konto, Depot, Immobilie, Beteiligung, Vorsorge: Bei den meisten liegt alles davon in einem einzigen Land. Gewachsen ist das nicht aus Überzeugung, sondern weil es sich so ergeben hat. Wir sprechen hier nicht über Anlageentscheidungen, dafür gibt es andere. Wir sprechen über die Hülle, also darüber, wer was hält, nach welchem Recht, mit welchen Melde- und Nachfolgeregeln.
Analyse-Gespräch buchenDer Aufbau ist der einfache Teil.
Eine Holding ist in überschaubarer Zeit im Handelsregister eingetragen. Eine Stiftung ist errichtet, sobald die Statuten stehen. Schwierig wird es danach, und zwar an drei Stellen: bei der Bank, die die Struktur nachvollziehen können muss; bei der Substanz, die tatsächlich vorhanden sein muss; und bei den Registern, die jemand pflegen muss.
Der häufigste Fehler in unserer Praxis ist nicht die falsche Rechtsform. Es ist die richtige Rechtsform ohne jemanden, der sie führt. Strukturen sterben selten spektakulär. Sie sterben an einer nicht gemeldeten Adressänderung, auf die die Bank drei Monate später mit einer Kündigung reagiert.
Holding oder Stiftung, und warum das keine Geschmacksfrage ist.
Eine Schweizer Holding bündelt Beteiligungen, trennt operatives Risiko vom Vermögen und schafft eine Ebene, auf der Nachfolge geregelt werden kann, ohne den Betrieb anzufassen. AG oder GmbH entscheidet sich am Kreis der Anteilseigner und an der Frage, wie leicht Anteile übertragbar sein sollen. Der Sitzkanton wirkt dabei stärker als die Rechtsform. Und sie funktioniert nur, wenn sie hier tatsächlich geführt wird: mit einem Verwaltungsrat, der zusammentritt, mit Beschlüssen, mit Buchhaltung, mit Entscheidungen, die in der Schweiz fallen.
Eine liechtensteinische Stiftung ist etwas anderes. Das Vermögen geht rechtlich auf sie über, das ist ihr Sinn und zugleich die Hürde. Statuten und Reglemente bestimmen, wer wann was erhält; die wirtschaftlich Berechtigten sind den Behörden gegenüber offenzulegen. Für Familien mit mehreren Erben, mit einem Betrieb, der nicht zerschlagen werden soll, oder mit minderjährigen Kindern ist sie oft das einzige Instrument, das Vermögen hält und Streit verhindert. Wer nichts abgeben will, sollte keine errichten. Das sagen wir deutlich, bevor jemand Geld für Entwürfe ausgibt.
Eine Gesellschaft ohne Konto ist ein Stück Papier.
Konten werden nicht eröffnet, weil eine Mappe vollständig ist, sondern weil die Geschichte zusammenpasst: Woher kommt das Geld, was tut die Gesellschaft, wer steht dahinter, warum dieses Land. Die Compliance-Abteilung prüft die Herkunft der Mittel lückenlos, nicht stichprobenartig, und sie prüft, ob die Struktur zur Tätigkeit passt. Eine abgelehnte Anfrage bleibt dokumentiert und erschwert die nächste, weshalb die Reihenfolge der Anfragen zählt.
Wir bereiten diese Unterlagen auf, bevor der erste Antrag gestellt wird, und sagen dir vorher, welche Punkte im Onboarding Rückfragen auslösen werden.
Zwei gut gewählte Rechtsräume schlagen fünf, die niemand überblickt.
Verwahrung, Währung und Rechtsordnung sind drei getrennte Entscheidungen, auch wenn sie oft in einer getroffen werden. Im Krisenfall entscheidet die Verwahrstelle über den Zugriff, nicht der Depotauszug. Und Verteilung kostet: mehr Ansprechpartner, mehr Dokumente, mehr Termine. Das gehört zur ehrlichen Rechnung dazu.
Es geht nicht darum, Länder zu sammeln. Es geht darum, dass nicht jede Abhängigkeit an derselben Entscheidung eines einzigen Staates, einer einzigen Bank oder eines einzigen Systems hängt.
Das Erbrecht kennt dein Lebensgefühl nicht. Es kennt Anknüpfungspunkte.
Welches Erbrecht gilt, hängt vom letzten Wohnsitz ab und teilweise von einer Rechtswahl, die getroffen sein muss, solange das möglich ist. Immobilien folgen häufig dem Recht ihres Belegenheitsstaates. Ehevertrag und Güterstand wirken auf den Nachlass, bevor ein Testament überhaupt greift. Wer in mehreren Ländern lebt oder besitzt, hinterlässt unter Umständen mehrere Verfahren nebeneinander.
Wir denken die Nachfolge beim Aufbau mit, nicht in einem zweiten Termin Jahre später. Dazu gehört auch die Frage, ob die nächste Generation die Struktur überhaupt führen will. Manchmal lautet die Antwort nein, und dann baut man anders.
Wir begleiten und koordinieren. Ausführen tun Fachleute.
Delal Iscan-Stamate, Expertin für internationale Expansion und Strukturierung, Verwaltungsrätin und Head of Legal zweier IT-Unternehmen. Stationen bei einer Big-Four-Gesellschaft und einer Wirtschaftskanzlei, im Stuttgarter Notariat und in einer Münchner Kanzlei, dazu das nebenberufliche Rechtsstudium an einer eidgenössisch akkreditierten universitären Institution und eine eigene Gesellschaft in Katar.
Statuten prüft der Anwalt, die Beurkundung macht das Notariat, Buchhaltung und Abschlüsse laufen über unsere Treuhandpartner. Du hast dabei eine Ansprechpartnerin, die den ganzen Aufbau kennt, und nicht drei, die je ihren Ausschnitt kennen.
Familienvermögen mit einem operativen Betrieb im Hintergrund. Unternehmer vor einem Verkauf. Menschen, die in mehr als einem Land leben oder besitzen und keinen geordneten Überblick mehr haben.
Strukturen, deren Zweck das Verbergen wirtschaftlich Berechtigter wäre, bauen wir nicht. Wer den laufenden Aufwand einer verteilten Struktur nicht tragen will, fährt mit einer einfachen Ordnung besser. Und wer Renditeversprechen sucht, ist bei einer Vermögensverwaltung richtig, nicht bei uns.
Ordnung vor Optimierung.
Eine Struktur ist kein Produkt, sondern eine Entscheidung, die du in zwanzig Jahren noch tragen willst. Deshalb bauen wir nichts, das nur unter bestimmten Annahmen funktioniert, und nichts, das du nicht selbst in drei Sätzen erklären könntest. Wenn du wissen willst, was deine bestehende Struktur aushält, sehen wir sie uns gemeinsam an.
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