BINNENMARKT

Europa: der Markt, aus dem die meisten zu früh herauswollen.

Wer über eine Struktur im Ausland nachdenkt, denkt selten zuerst an Europa. Dabei sitzen bei den meisten Unternehmen, die uns fragen, die Kunden in Europa, die Lieferanten in Europa und die Mitarbeitenden auch. Dann ist die erste Frage nicht, wohin man geht, sondern ob man überhaupt gehen sollte.

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Warum es hakt

Eine Gesellschaft ausserhalb löst kein Problem, das innerhalb entsteht.

Wertschöpfung lässt sich nicht per Eintragung verschieben. Wo entschieden, produziert und geliefert wird, entstehen Anknüpfungspunkte: Betriebsstätte, Mehrwertsteuer, Entsendung von Personal, Datenrecht nach DSGVO und in der Schweiz zusätzlich revDSG. Wer die Gesellschaft verlegt, das Geschäft aber nicht, hat am Ende zwei Rechtsordnungen zu bedienen statt einer.

Das sagen wir offen, obwohl es gegen die naheliegende Erwartung spricht. Die Frage, wo die Wertschöpfung tatsächlich stattfindet, steht am Anfang jedes Gesprächs.

STANDORTWAHL

Die EU ist ein Binnenmarkt, aber siebenundzwanzig Verfahren.

Gesellschaftsrecht, Registerpraxis, Notariatspflichten, Arbeitsrecht und Branchenaufsicht bleiben national. Was in einem Mitgliedstaat in wenigen Tagen erledigt ist, dauert im anderen Wochen und verlangt beglaubigte Übersetzungen. Wir wählen das Land danach aus, wo Kunden, Personal und Genehmigungen liegen, und setzen die Gesellschaft über Partner auf, die dort täglich arbeiten. Die Koordination bleibt bei uns.

SCHWEIZ UND EU

Viele Strukturen sind beides: europäisch und schweizerisch.

Eine Schweizer Holding über einer operativen EU-Gesellschaft ist ein Modell, das wir häufig sehen. Es funktioniert, wenn die Rollen sauber getrennt sind: Wo werden Entscheidungen getroffen, wer hält die Beteiligungen, wer stellt an, wer rechnet ab. Es funktioniert nicht, wenn die Holding auf dem Papier führt und faktisch anderswo geführt wird.

Viele Strukturen sind beides: europäisch und schweizerisch.
WEGZUG

Was beim Verlassen eines Mitgliedstaats zurückbleibt, wirkt weiter.

Beteiligungen, Immobilien, laufende Verträge, Mitarbeitende, Vorsorge. Wer aus Deutschland oder Österreich wegzieht, sollte das vorher mit seinem Steuerberater durchgehen, nicht danach. Wir sortieren, was wann entschieden werden muss, und stimmen uns mit den Beteiligten ab. Eigene Steuerberatung leisten wir nicht.

LAUFENDE PFLICHTEN

Die Meldepflichten nehmen zu, nicht ab.

Transparenzregister über wirtschaftlich Berechtigte, Jahresabschluss und Offenlegung, Umsatzsteuermeldungen über Grenzen hinweg, in vielen Branchen zusätzliche Aufsicht. Diese Pflichten bestehen unabhängig davon, wie klein die Gesellschaft ist. Wer sie einplant, hat eine Struktur, die im Ernstfall keine Erklärung braucht.

Einordnung
Wofür Europa passt

Für Unternehmen mit europäischem Markt, europäischem Personal und europäischen Lieferketten. Für Gruppen, die mehrere Landesgesellschaften unter einem Dach ordnen wollen. Für Vorhaben, bei denen Rechtssicherheit und Zugang zum Binnenmarkt schwerer wiegen als der Wunsch nach weniger Regulierung.

Wofür Europa nicht passt

Für Vorhaben, die gerade wegen der Regulierungsdichte verlagert werden sollen. Und für Konstruktionen, bei denen die Gesellschaft in einem Mitgliedstaat sitzt, das Geschäft aber erkennbar in einem anderen läuft.

Analyse-Gespräch

Bevor du verlegst, lass uns zuerst nachrechnen.

Im ersten Gespräch klären wir, wo deine Wertschöpfung liegt, welche Struktur dazu passt und ob ein Wechsel überhaupt etwas verbessert. Manchmal lautet das Ergebnis, dass du bleibst, wo du bist. Auch damit kannst du arbeiten.

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